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Podszun 1049 Warburger Welt der Eisenbahn

Warburger Welt der Eisenbahn

Von Johannes Wasmuth

Seit ihrer Erfindung steht die Eisenbahn in engem Zusammenhang mit Wirtschaft, Politik und Kultur. So hat auch sie maßgeblich Geschichte geschrieben. Am Beispiel der ostwestfälischen Kleinstadt Warburg geht die spannend geschriebene Neuerscheinung den vielfältigen Wechselwirkungen wichtiger zeithistorischer Ereignisse mit der Entwicklung der Eisenbahn nach. Damit schlägt das Werk ein neues Kapitel Eisenbahngeschichte auf. Es beschreibt zunächst den Ausbau diverser Eisenbahnverbindungen im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen der ehemals preußischen Provinz Westfalen, Kurhessen und dem kleinen Fürstentum Waldeck. Er fällt in die Zeit des deutsch-französischen Krieges, der zur Gründung des Deutschen Reichs führte. Parallel dazu rettete eine junge Prinzessin aus Waldeck das niederländische Königshaus und nutzte Fürstenzimmer in Warburger Bahnhöfen. In Kassel entstand mit der Fa. Henschel & Sohn die größte Lokomotivfabrik Europas, die um die Jahrhundertwende von einer leistungsstarken Frau geleitet wurde. Der Erste Weltkrieg bewirkte eine erste große Verwüstung des Eisenbahnwesens. An seinem Ende reiste Kaiser Wilhelm II. ein letztes Mal durch Deutschland über Warburg und landete im Exil. 

 

Nach revolutionären Tendenzen, die auch in Warburg ein kurzes Intermezzo zeitigten, brachte die Weimarer Republik das Ende der Länderbahnzeit mit sich. Es entstand die wirtschaftlich florierende, von der Politik unabhängige Deutsche Reichsbahn?Gesellschaft. Aber Wahlen im nördlich von Warburg gelegenen Freistaat Lippe wurden letztlich maßgebend für die Machtergreifung Hitlers. Danach wurde die Eisenbahn zunehmend willfähriges Instrument der NS-Politik bis hin zur Deportation jüdischer Mitbürger, die das Buch mit eindringlichen Bildern nachzeichnet. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte die Teilung Deutschlands und unterbrach bestehende Ost-West-Verbindungen der Bahn. Statt dessen erreichten Warburg schon bald Züge aus Zürich und Mailand. Ab Mitte der 1950er Jahre verkehrten Interzonenzüge, deren Schicksal immer auch mit den Entwicklungen in der DDR verwoben war. Auf dem Weg nach Erfurt zu ersten deutsch-deutschen Regierungskonsultationen passierte Willy Brandt Warburg. Und der Kalte Krieg bedingte im Warburger Raum den regen Verkehr von Militärzügen. 

 

Der stete Rückgang des Eisenbahnverkehrs seit den 1960er Jahren lässt sich anhand des Bahnhofs Warburg gut nachvollziehen. Dennoch gaben sich noch lange Giganten der letzten Dampfloks ein Stelldichein im Warburger Bahnbetriebswerk. Lange waren auch in Warburg ankommende Postzüge Rückgrat des bundesdeutschen Postwesens und noch bis Mitte der 1970er Jahre war Warburg Ort verschneiter Winterlandschaften. Die Bahnreformen seit 1994 prägen auch das Bild des Warburger Bahnhofs. Dazu erklärt das Buch ihr inzwischen deutlich zutage tretendes Versagen. Der 384 Seiten starke Band spannt diesen Bogen von Eisenbahn- und Zeitgeschichte illustriert mit 685 beeindruckenden, oft noch nicht veröffentlichten Photographien. Dabei erzählen zahlreiche Bildunterschriften aufschlussreiche Geschichten von Lokomotiven, Zügen, berühmten und weniger berühmten Persönlichkeiten sowie von oft in Vergessenheit geratenen Ereignissen. Ein Exkurs entführt den Leser schließlich zum Kulturbahnhof Rolandseck südlich von Bonn, den der Warburger Johannes Wasmuth, der Onkel des Autos, gerettet und zum Begegnungszentrum von herausragenden Musikern, Vertretern der bildenden Kunst sowie Personen aus Politik und Gesellschaft hat werden lassen.

Kategorie: Einzeltitel
Maße in cm: 28x21
Seiten: 384
Illustrationen: 685
Buchbindung: fester Einband
Empfohlen für Modellbauer und Sammler ab 14 Jahren. Aufgrund maßstabs- und vorbildgerechter bzw. funktionsbedingter Gestaltung sind Spitzen, Kanten und Kleinteile vorhanden. Verschluckungsgefahr. Deshalb nicht in die Hände von Kindern unter 10 Jahren!
Produktnummer: 109-1049
Hersteller-Artikelnummer: 1049
EAN: 9783751610490
Neuheit: 2023